Ob sich der Heilige Ignatius von Loyola hat träumen lassen, dass sein Konzept von den geistlichen Übungen auch im Jahre 2026 noch Menschen anzieht und begeistert? Viele ziehen sich in der Fasten- oder Adventszeit dazu in ein Kloster zurück.
Die Exerzitien im Alltag dagegen werden im «ganz normalen Leben» praktiziert: Vier Wochen lang täglich eine halbe Stunde Bibelbetrachtung und am Abend ein «Gebet der liebenden Aufmerksamkeit» das war das Programm, dem sich 26 Personen aus unserem Pastoralraum und der Reformierten Kirchgemeinde Neuhausen unter der Leitung von Pfarrerin Nyree Heckmann und Pfarreiseelsorgerin Andrea Honegger gestellt haben.
Nach einem Einführungstreffen Anfang Februar, bei dem es theologische und praktische Hinweise zur Durchführung der Exerzitien gab, setzte man sich täglich mit unterschiedlichen biblischen Gärten auseinander. Beginnend mit dem Paradiesgarten, über die Weinberge im Hohelied und bei Jeremia und Ezechiel, hin zum Garten Getsemani und schliesslich dem Ort der Auferstehung und dem Garten im neuen Jerusalem.
Einmal wöchentlich traf man sich in der Gruppe, wo es neben dem Austausch über die persönlichen Exerzitien-Wege und spirituellen Impulsen, auch immer wieder tiefgehende Diskussionen über das alttestamentliche Gottesbild gab. Nicht wenige haben mal wieder die – längst verstaubte – Bibel aus dem Regal genommen, um in die einzelnen Bibelstellen einzutauchen.
Beim Abschlusstreffen, bei dem man nach einem Rückblick noch gemeinsam eine kleine Mahlzeit zu sich nahm, waren sich wohl alle einig: Es war ein gelungenes ökumenisches Projekt!
Andrea Honegger, Pfarreiseelsorgerin