Bei schönem Wetter feierten Andrea Honegger und der reformierte Pfarrer James Liebmann mit der versammelten Gemeinschaft den traditionellen ökumenischen Gottesdienst unter freiem Himmel auf der Rhenaniaterrasse Neuhausen. Im Mittelpunkt stand das Bild der Quelle – eine Quelle, die außerhalb von uns liegen, aber auch in uns verborgen sein kann.
Wenn wir an eine Quelle denken, denken wir zunächst an Wasser. Der Rhein hat seine Quelle in Graubünden. Von dort nimmt das Wasser einen langen Weg auf sich, gut 1.230 Kilometer fliesst der Rhein, bis er schliesslich die Nordsee erreicht. Auch der Nil hat seine Quellen weit entfernt. Eine seiner wichtigen Quellregionen liegt in Uganda. Von dort beginnt ein Fluss seinen langen Weg durch Afrika. Diese Bilder führten uns zu einer persönlichen Frage: Aus welchen Quellen schöpfe ich? Woraus nehme ich meine Kraft?
Wasserquellen können sichtbar sein. Wir können zu ihnen hingehen, einen Schluck trinken und unseren Durst stillen. Bei unseren inneren Quellen ist es oft schwieriger. Sie sind nicht so einfach zu finden. Was gibt mir Halt, wenn es mir nicht gut geht? Woher bekomme ich Mut, Hoffnung und Kraft? Welche Menschen, Erfahrungen tragen mich? Trägt mich der Glaube?
Der Psalm 36 spricht von Gott als einer Quelle des Lebens: Bei Gott finden wir eine Quelle, aus der wir schöpfen können. Dieses Bild machte deutlich: Wir müssen nicht alles aus eigener Kraft schaffen. Es gibt einen Grund, auf dem wir stehen können, und eine Quelle, aus der wir immer wieder neue Kraft empfangen dürfen.
Gerade der Gottesdienst unter freiem Himmel machte diese Gedanken besonders spürbar. Die Natur, das Wasser des Rheins und der Blick in die Weite erinnerten uns daran, dass unser Leben in grössere Zusammenhänge eingebunden ist. So wie ein Fluss aus einer Quelle entsteht und seinen Weg nimmt, sind auch wir Menschen auf Quellen angewiesen, die uns nähren und stärken.
Vielleicht lohnt es sich deshalb, im Alltag immer wieder innezuhalten und zu fragen: Was ist meine Quelle? Woher schöpfe ich Kraft? Was gibt mir festen Grund? Der Gottesdienst auf der Rhenaniaterrasse lud dazu ein, die eigenen Quellen neu zu entdecken und darauf zu vertrauen, dass Gott selbst eine Quelle des Lebens sein kann.
Beim anschliessenden Apéro fand Begegnung statt. Die Freude darüber, dass der Rhenaniagottesdienst Dank schönem Wetter hat stattfinden können, war überall zu vernehmen.
Wilma Kwasnicki
Rhenania 2026
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